Ja gestern wars soweit. Unser Konzert in der JVA Köln stand an. Gespannt wie Flitzebögen machten wir uns um 10 Uhr auf den Weg Richtung Kölle. Wichtig war, das wir exakt zwischen 15 und 15.30 Uhr ankommen, da der Zeitplan in so nem Gefängnis keine Toleranz bietet. Dank relativ entspannter Verkehrssituation schafften wir das auch. Kaum waren wir da, wurden uns erst einmal unsere Ausweise und Handys abgenommen, bevor mit Auto samt Anhänger in die Schleuse fuhren. Ich weiß nicht wies den anderen ging, aber das war schon wirklich ein seltsames Gefühl, wenn hinter einem das Tor zu geht … Nach 3 weiteren Toren und Zäunen, die aufgeschlossen werden mussten, kamen wir endlich an den Platz an dem geparkt und ausgeladen werden konnte. Hier warteten Herr Schäfer, der zuständige Beamte zusammen mit 3 Häftlingen, die uns beim Ausladen und Transport halfen. Die Jungens kamen aus dem Sportsektor und ich sage euch, rein äußerlich würde nichteinmal ich denen Nachts begegnen wollen! Schnell jedoch waren sämtliche Vorurteile abgebaut und es wurde klar, dass diese Jungs hier zwar allesamt schwere Jungs waren, aber auch schwer in Ordnung. So war es nach kurzer Zeit ein Leichtes, mit dem Aufbau zu beginnen und unser Tobi zeigte einmal mehr warum er sich Techniker nennen darf. Nach ca. 1 ½ Stunden stand dann alles bereit um den Knast fett zu rocken. Bevor es aber losging hatten wir noch Zeit für ein bisschen Gespräche mit unseren Helfern und den Jungens und Mädels vom Arbeitskreis Bildung, die ebenfalls als Insassen an der Organisation beteiligt waren. Es war gut, zu hören dass sich alle Beteiligten einig waren, dass die JVA Köln eines der Gefängnisse ist, in der es sich wesentlich besser aushalten ließe, als in so manch anderen Justizvollzugsanstalten. Auch gab es die Möglichkeit ein bisschen über die persönlichen Umstände zu quatschen. Teilweise waren die Jungs kurz vor der Entlassung, teilweise gab es aber auch noch einige Jahre abzusitzen aufgrund von u. a. Drogen und der dazugehörigen Beschaffungskriminalität. Nichts desto trotz galt unser strenger Zeitplan – und für uns hieß das: Rauf auf die Bühne. Es war eine Art Kinosaal, in dem wir spielten. Und abgesehen davon, dass die Insassen saßen, war die Stimmung wirklich cool. Mit Applaus wurde nicht gespart und wir denken, das wir auf jeden Fall gute Unterhaltung und fetten Rock geboten haben. Nachdem unser Auftritt zu Ende war, kurz entspannt wurde, ging es dann auch schon wieder ans Abbauen und Einladen, bei dem uns unsere 3 Helfer erneut kräftig halfen. Nachdem ausrechend Erinnerungfotos auf beiden Seiten gemacht wurden, war für uns das Abenteuer „Gefängnis“ auch schon wieder fast vorbei. Um Uhr mussten wir draußen sein. Gegen halb 1 in der Nacht lieferten wir Ergi ab und um 2 Uhr waren dann auch ich und Marda daheim. Nur der Tobi musste sich noch gedulden und zurück nach Heidelberg fahren, wo auf ihn mit ziemlicher Sicherheit seine Frau und sein bequemes Bett warteten. Es war ein tolles Erlebnis, ich kann mich nur bei allen Beteiligten bedanken. Es war ein spannender Tag, viele neue Eindrücke und Gefühle, eine Erfahrung die es in jedem Falle wert war, gemacht zu werden. Und auch wenn sich sich in der JVA Köln aushalten lässt, haben wir doch von allen zu hören bekommen, dass wir sauber bleiben und die Freiheit genießen sollen um nie in diesem so wichtigen Grundrecht eingeschränkt zu werden, was ich gerne an euch alle weitergeben würde!

Vielleicht kommt der eine oder andere ja am Samstag oder in naher Zukunft zu nem Gig von uns, da gibt es dann sicher auch Zeit für die ein oder andere Plauderei, vielleicht auch über den Knast, wenn ihr Bock habt! ;) Bis dahin bleibt wohlauf und bis bald!